Poster: Korallenfunde während der Späthallstatt- und Frühlatènezeit im westlichen Mitteleuropa - ein Vorbericht (zusammen mit I. Reiche, K. Müller, M. Gay, C. Paris, L. Bellot-Gurlet, Ch. Pare

Description
Poster: Korallenfunde während der Späthallstatt- und Frühlatènezeit im westlichen Mitteleuropa - ein Vorbericht (zusammen mit I. Reiche, K. Müller, M. Gay, C. Paris, L. Bellot-Gurlet, Ch. Pare

Please download to get full document.

View again

of 1
All materials on our website are shared by users. If you have any questions about copyright issues, please report us to resolve them. We are always happy to assist you.
Information
Category:

World History

Publish on:

Views: 0 | Pages: 1

Extension: PDF | Download: 0

Share
Transcript
  CORAL TRADE PROJECT  Sebasan Fürst 1 , Ina Reiche 2 , Katharina Müller 2 , Marine Gay 2 , Céline Paris 3 , Ludovic Bellot-Gurlet 3 , Christopher Pare 1 1- Instut für Vor-und Frühgeschichte, Universität Mainz2- LAMS UMR 8220 CNRS – UPMC Univ. Paris 06, Paris, Frankreich3- LADIR UMR 7075 CNRS – UPMC Univ. Paris 06, Paris, Frankreich Abb. 1 Die zierliche Eisenfibel stammt aus einem reich ausgestaeten, 2006 gefundenen Frauengrab der Stufe Lt A. – Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim, Foto: Peter Will. 1200014000160001800020000220002400026000 100 200 300 400 500 600 700 800 900 1000 1100 1200 1300 1400 1500 1600 1700 1800 1900    R   a   m   a   n   i   n   t   e   n   s   i   t   ä   t    (   w   i    l    l    k .   E   i   n    h .    ) Wellenzahl (cm -1 ) ~ 1340 4822762161584 Abb. 3 Raman-Spektrum der Spiralzier. Der Nachweis von amorphem Kohlen-stoff bei 1580-1600 mit kleiner Bande bei ca. 1340 cm -1 deutet auf eine Ver-unreinigung oder Reste organischen Materials hin.Abb. 2 Korallenspektrum der Fußzier. Kennzeichnend sind insbesondere die Banden bei 1087 (Calciumcarbonat), 280 (Calcit) und vor allem die beiden großen Ausschläge bei 1129 und 1520 (Polyene/Farbstoffe) cm -1 . 1000015000200002500030000350004000045000 0 200 400 600 800 1000 1200 1400 1600 1800 2000 2200 2400 2600 2800 3000 3200 3400 3600 3800 4000 4200    R   a   m   a   n   i   n   t   e   n   s   i   t   ä   t    (   w   i    l    l    k .   E   i   n    h .    ) Wellenzahl (cm -1 )         1        0        2        0        (        2        8        0        )         3        0        3        0        2        9        3        3         2        6        3       7         2        5        3        3         2        2       5        4         2        1        4        3         1       5        2        0        1        1        2        9         1        0        8        7 Abb. 4 Korallenspektrum der Bügelzier. 8000130001800023000280003300038000430004800053000 0 200 400 600 800 1000 1200 1400 1600 1800 2000 2200 2400 2600 2800 3000 3200 3400 3600 3800 4000 4200    R   a   m   a   n   i   n   t   e   n   s   i   t   ä   t    (   w   i    l    l    k .   E   i   n    h .    ) Wellenzahl (cm -1 )         1       5        0        3        9        1        2        8        0        1        0        1        8        1        0        8       7        1        2        9        6        2        1        4        6        2       5        3        8        2        6        3        8        3        0        3        8        2        2       5        4         1        1        3        1  1       5        2        2 14000190002400029000340003900044000490005400059000 100 200 300 400 500 600 700 800 900 1000 1100 1200 1300 1400 1500 1600 1700 1800 1900    R   a   m   a   n   i   n   t   e   n   s   i   t   ä   t    (   w   i    l    l    k .   E   i   n    h .    ) Wellenzahl (cm -1 ) Bow Pearl08ABow Pearl06ABow Pearl04A Abb. 5 Raman-Spektrum der Bügelzier. Apat: 955-959 cm -1 ; amorpher Kohlenstoff (vgl. Abb. 3).  Die außergewöhnliche Verzierung einer frühlatènezeitlichen Eisenfibel aus Ilvesheim „Weingärten“ (Rhein-Neckar-Kreis) Entwurf einer Verbreitungskarte der Ha D2-3-zeitlichen (links) und frühlatènezeitlichen (rechts) Korallenfunde. – Große Kreise: mehr als 5 Korallenobjekte; Quadrate: Siedlungen mit Korallen; weiße Kreise: Objekte mit herausgefallenen Einlagen; rote Kreise: bei Plinius erwähnte Herkunsgebiete. Von den ursprünglich sieben Zierelementen der Eisenfibel wurden die verbliebenen drei ramanspektroskopisch unter-sucht. Die Fußperle (Abb. 2) zeigte bereits typische opsche Anzeichen für eine rote Edelkoralle, was durch das Raman-Spektrum bestägt werden konnte. Die in Abb. 2 rot beschrif-teten Banden zeigen zudem an, dass diese Perle ursprüng-lich einmal rot war. Da das Spektrum der Spiralperle (Abb. 3) gänzlich andere Ausschläge zeigte, konnte noch nicht geklärt werden, um welches Material es sich handelt. Koralle oder Elfenbein scheiden aus. Es wurde hier eine rötlich-braun ge-färbte Perle verwendet, die das Spektrum der Farbnuancen eisenzeitlicher Schmuckstücke erweitert. Besonders über-raschend waren die Spektren der nur ca. 0,6 cm kleinen Bü-gelzier, da zunächst Koralle als Material idenfiziert werden konnte (Abb. 4). Weitere Messungen an der vermeintlich glei-chen Auflage erbrachten jedoch verblüffenderweise mehrere Spektren von Apat, die mit Knochen oder (Elfen-)Bein asso-ziiert werden. Eine anschließende mikroskopische Untersu-chung ergab, dass ein äußerst kleiner Rest aus Koralle auf ei-ner Unterlage aus apathalgem Material anhaete. Ob hier ein Mangel an Korallen kaschiert oder ob bewusst ein rot-weiß Kontrast erzeugt werden sollte, kann jedoch aufgrund der schlechten Erhaltung nicht mehr geklärt werden.ApatKnochen?/(Elfen-)Bein?Koralle Corallium rubrum Muschel (Innenseite), Steinkoralle, Meeresschnecke, Perle etc. Zahnschmelz, Elfenbein, Knochen etc. unbekanntes Material  ja nein Apatit? Aragonit?  ja MgCa ≠ ca. 6%?    ja Farbige Außenseite einer Muschel (z.B. Spondylus) Keine Pigmentpeaks im Raman- Spektrum? weiße Koralle, Marmor, Süßwassermuschel, Süßwasserperle etc.  ja weitere Analysen nein nein nein Die im Mielmeer beheimatete rote Edelkoralle (Corallium rubrum) wurde über einen Zeitraum von fast 500 Jahren (ca. vom 7. bis 2. Jh. v. Chr.) in größerer Anzahl nach Norden ver-handelt. Eine erste Karerung deutet Strukturen an, die als Fernhandelsrouten interpreert werden können. Hierbei scheinen sich zwei funkonal differenzierte Hauptrouten ab-zuzeichnen: 1) einen direkten Fernhandel zwischen Löwengolf und Bourgogne sowie Franche-Comté (aufgrund der wenigen Funde entlang dieser Strecke); 2) einen Etappenhandel mit mehreren Zwischenabnehmern auf der transalpinen Route. Im Rahmen des Coral Trade Project sollen diese Hypothesen überprü werden.Des Weiteren deutet die Fundverteilung darauf hin, dass die Korallendistribuon nur teilweise an die lokalen Eliten ge-koppelt zu sein scheint, da sich ihre Verbreitung ab der Mie des 5. Jhs. v. Chr. einerseits mit dem Kernraum der Latènekul-tur deckt, aber auch im ehemaligen Westhallstagebiet wei-terhin in Verwendung bleibt, obwohl die sog. „Fürstensitze“ größtenteils aufgelassen wurden. Weitere Fragestellungen wie die geschlechts- und altersspezifische Verwendung und die nach der Rekonstrukon von Werkstakreisen schließen sich daran an.Ein methodologisches Problem liegt in der schwierigen Iden-fikaon von Korallen begründet, da sie aufgrund von lage-rungsbedingten Alterungsprozessen ihre rote Farbe und die charakterissche Oberflächentextur verlieren können. Da-durch lassen sie sich nur schwer von anderen hellen Materi-alien wie Knochen, Bein, Mollusken oder auch Marmor bzw. Kalkstein unterscheiden. Im Zuge des Forschungsprojektes konnte ein opscher Idenfikaonskatalog erstellt werden, der in ca. 80 % der Fälle eine direkte Materialansprache er-möglicht. Für die übrigen Objekte konnte ein mehrstufiges Analyseverfahren anhand der chemischen Materialeigen-schaen erarbeitet werden. Die Raman-Spektroskopie erweist sich in diesem Zusammenhang als besonders effi zientes Ver-fahren.fuerst@uni-mainz.de Konsum und Handelswege Materialidenfikaon 955-959
Related Search
Similar documents
View more...
We Need Your Support
Thank you for visiting our website and your interest in our free products and services. We are nonprofit website to share and download documents. To the running of this website, we need your help to support us.

Thanks to everyone for your continued support.

No, Thanks