6 NEUE URKUNDEN ÜBER HEIRAT UND SCHEİDUNG AUS KANlŠ

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  6 NEUE URKUNDEN ÜBER HEIRAT UND   SCHEİDUNG AUS KANlS* Sebahattin BAYRAM    Salih ÇEÇEN  Unter den altassyrischen Texten aus Anatolien, deren Zahl jetzt bei etwa 20.000 liegt, findet man bisher auch ca. 30 Tafeln, die uns interessante Information über das Eherecht in Anatolien zur Zeit der altassyrischen Handelskolonien liefern1. Hierbei ist der Anteil reiner Urkunden zum Eherecht sehr gering. Wir sind weniger der Meinung, daß diese Urkunden allgemein gültige Rechtsgrundlagen widergeben Vgl. E. Bilgiç, DTCFD 9/3 (1951), 237, 1.), als vielmehr, daß sie über Regelungen in Ausnahmefällen, berichten. Die uns aus den Texten überlieferten Verfahrensweisen standen sicherlich nicht in Einklang mit den eherectlichen Traditionen in Anatolien und Assur.Im Folgenden wollen wir nun anhand bislang unpublizierter Texte einige besondere Aspekte des Eherechts untersuchen.1.) Nach kt 90/k 1082verkauft eine einheimische Familie ihre Tochter einem Assyrer3. Dem Fortlauf des Textes ist dann zu entnehmen, daß diese Tochter dem Assyrer als Ehefrau verkauft wurde4. Dieser Beleg * Dieser Text wird in der von Arkeoloji ve Sanat Yayınları herausgegebenen Festschrift für Zafer Taşlıklıoğlu erscheinen.1. Vgl. E. Bilgiç, DTCFD 9/3 (1951), s.227-238 (Türkisch); s.239-250 (Deutsch); J. Lewy, ArOr. 18/3 (1950), s.374, n. 48; HUCA 27 (1956), s. 6 ff.; G. Eißer-J. Lewy, EL I, 1-6; K. Balkan, Belleten 51/200 (1987), 417 ff. (Türkisch); AS 23 (1983), 1-12 (Englisch); V. Donbaz, Fs. T. Özgüç, s.80 ff.; KTS II 6, 55; AKT I 21, 76 u. 77; H. Sever, Fs. S. Alp, 483 ff.2 Text Nr. 1.3. [KlSlB ... DU]MU Ki-ma-ar-ni-ma-an % KlSlB /l- [....]  DUMU  A-Xur-  DU io 5 KlSlB  I- d   [/-... DUMU] E-lâ-li-a *  KlSlB Su-pi-[ils-k)ä  15 GİN KÜ. BABBAR s  Xi-mi Xa []- ha-ma-na-ni-ka  & a-na um-m [i-X]a Su-pi-il^-ka  71  A-Xur-ma-lik iX-qu-ul. 4. ^ lu um-ma-'Xa lu a-hu-Xa * a-na A-Xur-ma-lik ma-ma-an  10) lä i-tü-ru-u  n> u A-Xur-ma-lik   12) a-Xa-täm  13) / [« ] i-na Bu-ru-uX-ha-tim  14) lu i-na  2SABAHATTİN BAYRAM - SALİH ÇEÇEN zeigt, daß die bisherige Lehrmeinung, es gäbe in altassyrischer Zeit in Anatolien keine sogenannten,, Kaufehen“5, nicht zu halten ist.Auf unserer Urkunde, ebenso wie auf einigen bereits publizierten6wird dem Ehemmann eine zweite Heirat-zumindes in Anatolien-untersagt.Die wichtigste Eintragung in unserem Text finden wir in Z. 17ff.: ....a-Xa-sü a-$ar li-bi^u  [/] -ra-de  8„ (Aber) seine Ehefrau wird er führen, wohin er will.“ Möglicherweise soll diese Klausel nicht nur sicherstellen, daß, sondern auch, daß sie dem Assyrer später in die Stadt Assur folgen muß, ohne daß etwa ihre Eltern dagegen Einspruch erheben könnten.2.) Aus anderen Urkunden lernen wir, daß dem Familienoberhaupt assyrischer Familien ein Geldbetrag seitens des Bräutigams für die Brauteltem bezahlt wird. In dem Brief kt 84/k 2817 hat Alj-Salim, der älteste einer Reihe von Brüdern die Rolle des Familienoberhauptes, wohl erst nach dem Tode des Vaters, übernommen. Er,, organisiert“ den Verkauf von drei Schwestern in die Ehe und die Verteilung des aus dem Verkauf der Schwestern stammenden Silbers. Außerdem bestimmt er, daß mit dem Verkauf der jüngsten Schwester noch gewartet werden soll8.3.) Informationen ganz anderer Art gibt uns der Brief kt 83/k 1649. Es handelt sich um einen Brief von IrTSum an seinen Sohn Dan-ASSur in Anatolien. IrTSum will verhindern, daß sein Sohn die Tochter des Sohnes eines gewissen Panaka in Anatolien heiratet. Stattdessen soll Dan-ASSur nach Assur kommen. Ebenso soll der Vater der Braut diese nach ASSur  bringen lassen, damit die Hochzeit dort stattfinden kann10. Wa-ah-Xu-Xa-na  155 lu i-na TurA-hu-mi-it   1<S) lu i-na Kä-ni-iX   17)  Id e-ha-az v 4 V/ a-Xa-sü  18) a-Xar li-hi ¿Xu  19) [i] -ra-de .  Die Auflistung der Ortsnamen ergibt in unserem Kontext nur dann einen Sinn, wenn wir davon ausgehen, daß Assur-malik sich regelmäßig in diesen Orten aufhäit. Wir haben hier also wohl die (Haupt?-) Stationen einer von Assur-malik wiederholt benutzten Reiseroute vorliegen.5. Vgl. E. Bilgif, DTCFD 9/3 (1951), 249 sub 4.).6. Vgl. AKT I 76, 3-5; TC I 67 (EL 1), 8f.; ICK I, 3, 4f.u.a.7. Text Nr.28. *1 a-ha-at-ni a-na qä-ti-kä ®a-mu-ti-im ta-di-in ^ Xa-ni-täm $u-La-ba-an   i-di-in * Ha-äX-ta-aty-Xu-Xar 91Be-l&a-num ü a-na-ku  10) a-na qä-tt-ni  u) ni-da-Xi  12) sü-ha-ar-töm  13> a-na mu-ti-im  14) lä ta-da-an  ^ ta-da-an-ma   ga-am-ra-am  l6) 3 Xi-na-ti i-na  17) ra-me-ni-kä tü-ma-lä.9. Text Nr. 3. 10. 13) ...a-na 14) a-lirn*  Jf  e-ri-Xi-ma  15) i-na a-lim*  16) a-ha-az a-pu-tum  17) a-ma-kam lä ta-ha-az  6 NEUE URKUNDEN UBER HEIRAT UND SCHEIDUNG AUS KANI& 3 Dieser Brief zeight uns sehr schön, welchen Einfluß ds assyrische Familienoberhaupt auf die Ehepläne der anderen Familienmitglieder ausüben konnten. Die Parallelen zwischen anatolisch-einheimischem und assyrischem „ Familienrecht“ sind nicht zu übersehen.4.) Ähnliches begegnet uns auch in elftem Brief11aus dem Archiv des Usur-Sa-IStar, des Sohnes von ASSur-imitti12.Leider ist nicht deutlich, ob es sich hier mit ASSur-imittT um den Vater des U§ur-Sa-lStar handelt, Z.16f. ..Ja a-hi a-ta iu-ma a-hi a-ta  ... spricht vielleicht eher für einen älteren Bruder. ASSur-imitti verlangt von Usur-Sa-Istar, daß dieser mit seiner Braut und seinem Schwiegervater nach ASSur kommt, um dort zu heiraten.Die Tatsache, daß ASSur-imittT den Vater den Braut in ASSur sehen will, erscheint ungewöhnlich. Ein Grund dafür könnte sein, daß es irgenwelche Streitigkeiten zwischen den beiden Familien gegeben hat, die vor der Hochzeit beigeleget werden sollten.5.) Einen anderen interessanten Gesichtspunkt des Eherechts, nämlich den der Versorgung der Ehefrau während längerer Abwesenheit des assyrischen Ehemannes, beleuchtet ein Rechtsspruch Kt 88/k26913des karum  WahSuSana. Pilah-lStar, verheiratet mit Tatana, der Tochter eines gewissen Agija, ist der Sohn von ASSur-re’i, dessen Archiv in den Grabungen 1987 und 1988 zu Tage kam. Nach dem Tode des ASSur-re’i leitet Püah-IStar die Firma14. Das interessante Urteil lautet: „Jeweils 8 Minen gebrochenes Kupfer wird Pilah-Ktar Tatana, seiner Frau, für ihre Lebenmittel, ihr Öl und ihr Brennholz pro Monat geben, außerdem wird er ihr ein Kleid pro Jahr geben“15. 11. Text Nr.4.12. Vgl. CCT VI, 8-9; ATHE 19, 6-7; kt n/k 252, 18-19. u.v.a. Donbaz, in  N.A.B.U. 1991/10, ist der Meinung, daß Usur-Sa-Ktar der Sohn des Sargon ist. Aufgrund prosopographischer Untersuchungen dahingegen glauben wir, daß Usur-Sa-IStar der Sohn der ASSur-imittT ist. Möglicherweise ist eben dieser ASSur-imittT der bekannte Onkel des Imdllum (M. T. Larsen, Festchrift Diakonoff (1982), 219). Uçur-Sa-IStar, Idï-ASSur, AkadTja, Simat-Sü'en und Hunnija sind Geschwister, wie aus dem Archiv des U§ur-Sa-IStar (kt n/k) deutlich hervorgeht. Dieses Archiv besteht aus etwa 1500 Urkunden, die S. Çeçen im Rahmen seiner Dissertation ausgewertet und zum Teil ausführlich  bearbeitet hat. Eine Übersetzung dieser Dissertation ins Deutsche wird in Münster zur Publikation vorbereitet.13. Text Nr. 5.14. Zur Familie des Pilah-IStar vgl. den Vortrag von S. Çeçen, „ mutanu in den Kültepe-Texten“ während des II. Internationalen Hethitologischen Kongresses in Pavia (1993).15. U) 8 ma-na.  TA URUDU  Xi-kam  12) a-na u-kul-ti-Xa  Ï.GlS 13) ù e-si-Xa i-na  ITU.KAM"” 14) Pi-lâ-ah-Kîar a-na  15) Ta-ta-na a-Xi-ti-Xu  llS> i-da-Ki-im ù i-na  17)  Xa-tim  TÜG i-da-fi-im.  4SABAHATTİN BAYRAM - SALİH ÇEÇEN Wir erfahren hier zum erstenmal aus den kappadokischen Urkunden Einzelheiten über Lebenshaltungskosten in Anatolien zur Zeit der aA Handelskolonien.6.) Ein weiterer Rechtspruch, dieses mal des karum  Kanis, liegt in kt 78/k 176 vor16. Inhaltlich muß diesem sehr kurzgefaßten Rechtsspruch die offizielle Scheidung Alinas vor ASSur-malik vorausgegangen sein. Auf dieser Urkunde wird Hunana das Recht zugesprochen, ihre Tochter Alina mit einem (anderen) Ehemann ihrer Wahl zu verheiraten17. Nr. 1 Mus.-Nr.: kt 90/k 108 (ungeöffnete Hülle)Vs. [KISIB... DIJ]mu Ki-ma-ar-ni-ma-an KISIB  A-x-[...]   DUMU  A-sur-BVio   KISIB  I-d[i~. ..  DUMU] E-ld-li-a   KISIB Su-pi-[il5-k]ä  15 GW   KU.BABBAR 5 si-mi sa [x]-ha-ma-na-ni-kä   a-na um-m[i]-s]a Su-pi-ils-kä    A-sur-ma-lik is-qü-ul   lu um-ma-sa lu a-hu-sa   a-na A-sur-ma-lik ma-ma-an  10 la i-tü-ru-ü  u. K. u A-sur-ma-lik a-sa-tdm Rs. l[u] i-na Bu-ru-us-ha-timlu i-na Wa-ah-su-sa-na w 15 lu i-na Tur¿-hu-mi-it    lu i-na Kä-ni-is    Id e-ha-az a-sa-su   a-sar li-bi^-su   [i\-ra-des 16. Text Nr.6.17. * Hu-na-na-a * A-li-na ^ me-er-a-sâ-«[s] â »  71DAM  A-Kür-ma-lik ®u4-ma-ma 91a-na mu-ut   l0) li-bi^a  U) ta-da-an.  Vgl. auch TC II 76 (EL I), 7-9; Bilgiç, DTCFD 9/3, 235ff.  6 NEUE URKUNDEN UBER HEIRAT UND SCHEIDUNG AUS KANlS 5 M>Siegel des [...], des Sohnes von Kimamiman. Siegel des des Sohnes von ASSur-täb. Siegel des [..., des Sohnes] von Elällja. Siegel der §up[il]ka.4'7) 15 Seqel Silber, den Preis für die [x]-hamananika, zahlte ASSurmalik an ihre Mutter Supilka. ^ Niemand, weder ihre Mutter noch ihr Bruder, wird auf ASSur-malik zurückkommen.1119) Und ASSur-malik darf weder in BuruShattum noch in WaljSuSana, Turljumit oder KaniS eine (andere) Ehefrau nehmen. (Aber) seine Ehefrau wird er (mit sich) führen, wohin er will. Nr. 2 Mus.-Nr.: kt 84/k 281Vs. a-na I-li-a E-na-ah- DINGIR  ù En-um-A-sur    a-na E-na-ah- DINGIR qi-bi^-ma um-ma Ah-sa-lim-ma 5 1 a-ha-at-ni a-na qa-ti-kà   a-mu-ti-im ta-di-in   sa-ni-tám Su-Lá-ba-an i-dí-in    Ha -ás-ta-ah-su-sar     Be-lá-num ù a-na-ku  10 a-na qá-tí-ni  u. K. ni-da-sí  Rs. sú-ha-ar-táma-na mu-tí-im   lá ta-da-an  15 ta-da-an-ma ga-am-ra-am   sa  3 sí-na-tí i-na   ra-me-ni-ká tu-ma-lá  2 ma-na  8 1/2 GÍN KÙ.BABBAR qá-ti is-tu li-mi-im  20 E-lá-li a-na ma-ká-ri-im   tal-qé  M) An Ilija, Enäh-lli und Ennum-ASSur, an Enäh-ili, folgendermaßen Ah-Salim:5-22) ,,Du hast eine unserer Schwestern als deinen Anteil verheiratet. Die zweite (Schwester) gab Sü-Laban. Die zweite gab
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